Eine Band ist wie ein Kleinkind und es großzuziehen bedeutet eine Menge Arbeit und
Nerven. Man steckt unendlich viel Herzblut, Schweiß und Tränen hinein und ist des Öfteren
der Verzweiflung nahe. Doch es heranwachsen und sich entwickeln zu sehen und die vielen
großartigen Momente, die man in dieser Zeit erlebt, machen all die Mühe wieder wett.
Mit Schelmish ist es genauso. Dabei ist Schelmish nicht, wie alle anderen Kinder. Die Band
war immer etwas lauter, immer etwas direkter und immer etwas fetter, hässlicher und
asozialer, als die Anderen – aber dabei grundsätzlich freundlich, ehrlich und liebenswert.
Rebellisch und vor Lebendigkeit sprühend erblickte Schelmish 1999, also vor genau 10
Jahren das Licht der Welt, als die Gründungsmitglieder Dextro, DesDemonia und Rimsbold
begannen, einen Haufen verrückter Spielleute um sich versammelten. Kind geblieben und
doch voller Motivation und Tatendrang reisten die Musiker durch ganz Deutschland, um sich
auf Mittelaltermärkten und Stadtfesten ihre Sporen zu verdienen. Mit ihrer lockeren und
oftmals frechen Art schafften sie es allerorts, das Publikum für sich zu gewinnen und mit
lauten Dudelsäcken und mächtigen Trommeln bewaffnet, dem Volk das Tanzen
beizubringen.
In nur wenigen Jahren schafften sie es, durch hunderte von Konzerten in Deutschland und
dem benachbarten Ausland zu einer der Top-Mittelalterbands zu avancieren. Mit insgesamt
fünf sehr erfolgreichen mittelalterlichen Studio-CDs, einer DVD und einem bahnbrechenden
Live-Album von 2005, welches die urgewaltige Atmosphäre eines Schelmish-Auftrittes fürs
eigene Wohnzimmer erlebbar machte, konnten sie diesen Status untermauern.
Wie Kinder auf Entdeckungsreise, waren die Schelme immer bereit Neues auszuprobieren
und verschiedene Einflüsse in ihre Musik zuzulassen. So griffen die Musiker 2006 zu den EGitarren
und mischten die gewohnte Dudelsackpower experimentierfreudig mit Elementen
aus Punk, Metal, Rock und Electro. Diese werden mit überwiegend deutschen Texten
gepaart, die auch zeitnahe Themen kritisch beäugen aber immer mit dem gewissen Funken
an Witz und Ironie überzeugen. Unangepasst und nie ein Blatt vor den Mund nehmend,
wollen die Schelme aufrütteln, ohne jedoch mit mahnendem Finger da zu stehen. Der Name
Schelmish steht dabei immer für eine ausgelassene Party, zu der jeder eingeladen ist, der
sich traut. Durch diese innovative Mischung heben sie sich klar von anderen Dudelsack-
Rock-Bands ab. Mit dem Release der ersten „rockigen“ Schelmish-CD „Mente Capti“ war
somit das Subgenre des „Heavy Bagpipe-Punks“ geboren.
Herausgewachsen aus den Kinderschuhen präsentiert sich die Bonner Band erfrischend real
und ehrlich in ihrem neuen Gewand und erspielte sich über die Mittelalterszene hinaus ein
breites Publikum. So bewiesen sie bereits mehrfach, dass sie mit ihren spontanen
Liveshows, den witzigen Showeinlagen und dem rockigen Sound nicht nur kleinere Clubs in
einen Hexenkessel verwandeln können – auch auf großen Festival-Bühnen, wie auf der
RhEINKULTUR, dem WGT, dem Summerbreeze oder M’era Luna fühlen sich die acht
Musiker zu Haus und heizen den Massen ein. Ihrem Stile treu bleibend erzielten sie so auch
2007 mit dem Folgealbum „Wir werden sehen“ hohen Anklang in der Fangemeinschaft.
Nach nunmehr zwei Jahren der Studioabstinenz wird am 30.10. die neunte Scheibe von
Schelmish erscheinen – „Die hässlichen Kinder“. Punkiger, ehrlicher und reifer denn je,
präsentieren sich die rotzfrechen Schelme auf diesem Album. So wird das Kind endlich
erwachsen, aber hässliche Kinder bleiben immer Kind.